Unser Verein gratuliert: Dr. Fritz Wagner mit dem Kulturpreis des Landkreises Deggendorf ausgezeichnet
Der Kulturpreis des Landkreises Deggendorf ist eine relativ junge Auszeichnung. Eingeführt und institutionalisiert durch Landrat Bernd Sibler, wurde er am vergangenen 13. Juli zum erst vierten mal vergeben, diesmal im Bürgersaal der Stadt Plattling. Wiewohl der Preis insgesamt acht Kategorien abdeckt, so ist es doch jedes Jahr aufs Neue alles andere als ein Selbstläufer, für selben nominiert und dann auch noch von der Jury ausgewählt zu werden. Dass dies auch für Personen von Rang und Namen zutrifft, zeigte sich heuer u.a. an den zwei wohl bekanntesten Ausgezeichneten des Abends, nämlich dem Kabarettisten Django Asül und der Schlagersängerin Nicki, beide Träger des bayerischen Verdienstordens. Demütig bemerkte deshalb unser Vereinsmitglied Dr. Fritz Wagner, dass er sich mit seinem Kulturpreis in der Kategorie „Brauchtum, Heimat-, Landes- und Denkmalpflege“ fast etwas deplatziert fühle – aber da irrte er sich ausnahmsweise dann doch einmal.
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Die Begründung der Jury brachte die Auswahl seiner Person ganz einfach auf den Punkt: Mit seinem Deggendorfer Stadtlexikon nämlich habe er in bewundernswerter Eigeninitiative ein großes und wichtiges Nachschlagewerk geschaffen, das sowohl für die Wissenschaft als auch für interessierte Laien einschlägig sei. Mittels einer filmischen Vorstellung seiner Lebens- und Arbeitswelt brachten die Veranstalter dem Publikum seine Leistung nahe – eine Leistung im Übrigen, die das volle Potential für eine Weiterentwicklung aufweist, denn da das besagte Lexikon online verfügbar ist, kann es ständig ergänzt und erweitert werden, nicht zuletzt unter Einbeziehung williger und kundiger Mitstreiter, die dabei auf einer soliden Grundlage aufbauen können. In Zeiten, in denen es oft schwierig ist, den richtigen Weg zu finden, ist es eben doch ein großer Bonus, auf Menschen zurückgreifen zu können, die aus fachlicher Kompetenz und humanistischer Grundeinstellung heraus auf selbigem voranschreiten und versuchen, auf die zeitlosen Fragestellungen im Leben zu verweisen. Wagners Verweis auf den Deggendorfer Umgang mit der Hexerei bezichtigten Frauen während der Frühen Neuzeit, die sich des mitmenschlichen Schutzes des Stadtmagistrats erfreuen konnten, war hierfür ein Fingerzeig unter vielen: Man müsse wieder lernen, nicht nur auf die dunklen Seiten unserer Geschichte zu blicken, Schwarzmalern nicht kritiklos zu folgen, sondern auch auf das Verbindende und das gemeinsam Geleistete unvoreingenommen zu betrachten – und dafür müsse man sich eben auch die nötige Zeit nehmen. Kurzum: „Es gibt noch eine Wahrheit, sie liegt nur nicht auf der Straße, sie will gefunden werden“.
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In diesem Sinne wünschen wir nicht nur Herrn Dr. Wagner, sondern auch und vor allem dem Stadtlexikon ein segensreiches Wirken. Tragen auch Sie dazu bei, dass aus „seinem“ Stadtlexikon „unser“ Stadtlexikon wird. Interessenten mögen sich jederzeit an Herrn Dr. Wagner oder an die Vereinsleitung wenden!
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Foto: Landkreis Deggendorf